Trotz wunderschönem Sonnenschein und den beginnenden Ferien haben ca. 100 Besucher den Weg an das erste Event des Vereins Güterbahnhof gefunden, darunter mehrere Politiker/innen und sogar eine Vertreterin der SBB. Dies war nicht zuletzt der aktiven Bewerbung unserer Veranstaltung auf Parteiseiten und von Seiten der Medien zu verdanken.
Die Besucher/innen wurden denn auch nicht enttäuscht – im spannenden Podium beleuchteten die Interessenvertreter/innen verschiedene Wirkungsaspekte des Polizei- und Justizzentrums (PJZ) auf das Quartier und die Stadt Zürich; gleichzeitig diskutierten sie die Chancen, die mit einer nachhaltigen Mischnutzung auf dem Areal wahrgenommen werden könnten.
So sprach die Gemeinderätin und Nationalratskandidatin der SP Jacqueline Badran von einem “urbanen Dorf”, das auf dem Areal entstehen könnte. Gleichzeitig regte sie an, Zürich grösser zu denken und die Möglichkeit eines PJZ in Dübendorf zu prüfen. In die gleiche Kerbe schlug Niklaus Scherr, Gemeinderat AL: Anstatt eines Justiz-Alptraums sollten 1000 günstige Wohnungen und Gewerbenutzungen entstehen, die das Stadtentwicklungs-Ungleichgewicht nach der Europa-Allee wieder ins Lot bringen sollen. Der Präsident der grössten Wohnbaugenossenschaft (ABZ) und des Verbandes der Wohnbaugenossenschaften (SVW Stadt Zürich) Peter Schmid zeigte sich sehr interessiert an einem Vorhaben, das den gemeinnützigen Wohnungsbau in einem Quartier fördern würde, das bereits jetzt grosse Genossenschaftsanteile aufweist. Und Markus Knauss, Geschäftsführer des VZS Zürich und Gemeinderat der Grünen unterstrich, dass in einer solchen Siedlung besonderer Wert auf ökologische Standards gelegt werden könnte, wie sie bei anderen Genossenschaftssiedlungen (wie z.B. der Genossenschaft Kalkbreite oder dem Kraftwerk 1) bereits realisiert worden sind. Ausserdem würde eine solcherart organisierte Siedlung (bei beiden kommt das car-sharing-Modell zum Einsatz) den Verkehr minimieren – ganz im Gegensatz zu einer Nutzung wie dem PJZ: 5000 Einsätze der Polizei täglich müsste das Quartier ertragen. Auch zur Stadtökologie könnte eine Mischnutzung – anders als das PJZ – seinen Beitrag leisten, indem dort öffentlich nutzbare Grünflächen geplant werden könnten. Nicht zuletzt brachte der Vorstand des Heimatschutzes Markus Fischer, den Aspekt des Denkmalschutzes in die Diskussion ein. Mit dem Güterbahnhof würde bei der Annahme des PJZ eines der letzten Industriedenkmale in der Stadt Zürich verschwinden.
Zum Abschluss erklärte der AL-Gemeinderat und Vorstand des Vereins Güterbahnhof Richi Wolff, der das Podium gekonnt moderiert hatte, nochmals die Abstimmungsmodalitäten. Er ermunterte die Anwesenden, am 4. September ein “ja” einzulegen; denn ein JA zur Vorlage hiesse ein JA zum Güterbahnhof, ein JA zu einem lebendigen Quartier und zu einer zukunftsgerichteten Stadt Zürich.
Vesna Tomse, Vorstand Verein Güterbahnhof
Einige Impressionen:
Einführung Vesna Tomse
Einführung Richi Wolff
Gekonnte Moderation von Richi Wolff
Markus Fischer vom Heimatschutz
Das Podium denkt mit
Peter Schmid von der ABZ und dem SVW
Das Publikum denkt mit
Der Pressetisch in guter Obhut von Christoph Lanthemann
Die Arbeitsgruppe PR im Einsatz
